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Wie funktioniert Judo in Verl?

Zuerst einmal findet Judo jeden Montag und Freitag in der Bühlbusch Turnhalle statt. Neue Eltern fragen häufig: Gibt es eine WhatsApp Gruppe, wenn es mal ausfällt. Dann kommt die Antwort von der Trainerin Maja Kraft: „Judo fällt nicht aus, es sei denn es wird mindestens zwei Wochen vorher angekündigt und auch das kommt selten vor.“ Die Mütter schauen dann immer ganz ungläubig, aber es stimmt wirklich.

Das Training für die Kleinen ab 5 Jahre startet um 16.45 Uhr. Die Trainerin Maja Kraft ist in der Regel schon ein paar Minuten früher da und zieht schon einmal die großen schweren Mattenwagen aus der Gerätegarage. Kurze Zeit später trudeln dann die ersten Kinder ein. Natürlich ist für die Kids der Anzug sehr wichtig, auch wenn er am Anfang noch gar nicht gebraucht wird. So ein Anzug macht schon etwas her und die Kurzen wachsen gleich ein paar Zentimeter. Neben dem Anzug sollten die Kinder auch an Schlappen denken. Judo wird barfuß betrieben und da ist es schön, wenn der Dreck aus der Halle und der Toilette nicht auf der Matte verteilt wird. Wenn man als Eltern das erste Mal in der Halle ist, sieht man einige Judoka, die sich beim Betreten der Halle verbeugen. Das haben sich die Kids bei der Trainerin abgeguckt. Judo kommt halt aus Japan und da ist das Zeremoniell genauso wichtig, wie die Sportart selber. In Verl gehört es auch mit dazu, aber es ist nicht schlimm, wenn es mal vergessen wird. Häufig haben die Kinder es so eilig in die Halle zu kommen, dass dafür keine Zeit bleibt. Natürlich müssen die Kinder beim Aufbauen der Matte helfen und es finden sich auch immer wieder nette Mamis, die mit anpacken. Die Matten sind mit knapp 8 kg gar nicht so leicht und die Kids müssen sie auch mindestens zu zweit tragen. Das ist für die Kinder und die Matten gesünder. Nachdem die 100 qm Matte liegen ist erst einmal Rennen angesagt. Die Halle verführt einfach zur Bewegung und während die Kinder noch 5 Minuten toben und meist Fangen spielen, kannd die Trainerin die Materialien für die Stunde schon bereitlegen.

Danach geht es los. Die Judoka stellen sich in Reihen nach Gürtelfarben sortiert auf und ihnen gegenüber sitzt die Trainerin. Jetzt steht das Angrüßen auf dem Programm. Alle knien sich wie die Trainerin hin. Dann kommen die Befehle „Mokuso“, was so viel heißt wie Konzentration und dann „Rei“, das bedeutet verbeugen. Die Ansage macht immer der Judoka mit dem höchsten Gürtel. Häufig trauen sich die Kinder noch nicht, weil sie die Worte nicht richtig aussprechen können. Dann wird es schnell mal ein Mundzu. Damit hat man das Ziel Ruhe zwar auch erreicht ist aber nicht ganz richtig.  Die Trainerin sagt den Kindern immer, dass sie für die Trainingszeit jetzt Chefin ist und die Mama, die vielleicht auf der Bank sitzt erst einmal nichts mehr zu sagen hat. Natürlich wird am Ende der Stunde die Zeremonie wiederholt und dann ist die Mama wieder Chef und die Trainerin bis zum nächsten Treffen auf der Judomatte total unwichtig. Mit dem Angrüßen versprechen alle Teilnehmer, dass sie sich in der Stunde an die Regeln halten werden, sich nicht wehtun und aufeinander aufpassen. Judo funktioniert nur mit einem Partner und man hat immer die Verantwortung für seinen Partner. Wenn ich nicht ordentlich aufpasse, dann wird es schwierig einen Partner für die Techniken zu finden. Also immer für den Partner da sein.

Das Training an sich startet immer mit einem Spiel. Häufig schlagen die Kinder vor, welches Laufspiel sie machen möchten und die Gruppe stimmt dann über die Vorschläge ab. Damit nicht zu viel Langeweile aufkommt werden auch regelmäßig neue Spiele von Maja eingeführt. Natürlich gibt es auch Spiele, die die Kinder nicht als solche wahrnehmen, weil es z.B. ein Kampfspiel und kein Laufspiel war. Dann schauen große Kinderaugen vorwurfsvoll, wenn nach dem Spiel schon eine Technik gezeigt wird. Vieles in der ersten Gruppe ist spielerisch. Da werden Lastwagen entladen und die Kinder lernen ganz unbewusst das richtige Falle für Würfe oder es gibt eine Menge Gartenzwerge auf der Matte hockend, die von einem Zwergenschubser ganz frech umgeworfen werden. Dabei wird dann das Rückwärtsfallen geübt, die Kinder haben viel Spaß und nicht gemerkt, dass es schon Judo war. Auch die Judotechniken werden spielerisch und mit kleinen Geschichten vermittelt. Es kann sich ja auch kein Mensch diese komplizierten Begriffe in der fremden Sprache merken. Dann wird aus einem O-Soto-Otoshi einfach der Kettensägenwurf. Der Partner ist ein Baum, der Baumfäller holt sich einen Ast (Arm), stellt seinen Fuß hinter die Füße seines Partners und dabei wird der Fuß zur Kettensäge, der seinen Baum fällt. Natürlich muss der Baumfäller aufpassen, dass der Baum heile unten ankommt, weil man ja noch Möbel aus dem Holz machen will und es dafür nicht kaputt sein darf. So haben alle Würfe neben dem japanischen Namen noch einen deutschen, den man sich gut merken kann. Die japanischen Begriffe werden zwar jedes Mal genannt, aber sind häufig Schall und Rauch. Je länger die Kinder dabei sind und die Gürtel höher werden, desto wichtiger werden die japanischen Namen. Für den ersten Gürtel brauchen die Kinder drei Würfe. Pro Gürtel kommen dann noch einmal vier bis 6 neue Techniken dazu, so dass man mit der Zeit auf ein ordentliches Repatoire kommt. Neben dem Stand gibt es auch Bodentechniken. Hier helfen die Geschichten auch. Wenn der Partner auf dem Boden liegt, dann weiss man gar nicht mehr wo man so genau hin musste. Also geht man beim Kesa-Gatame einfach ins Bett. Der Partner liegt auf dem Rücken, man nimmt die Bettdecke (einen Arm) hoch, schiebt die Füße drunter und kuschelt die Decke eng vor den Bauch. Jetzt noch den Arm unter das Kopfkissen (den Kopf) und die Füße bequem legen, dann hat man schon einen Haltegriff, bei dem Papa beim käbbeln am Sonntag ab einem gewissen Alter es schon schwer hat wieder rauszukommen.

Weil die Konzentraion bei den Fünfjährigen noch nicht so lange vorhält, wird nach jeder Technikeinheit, die zwischen 10 und 15 Minuten dauern, ein Spiel eingestreut. Das kann ein Laufspiel sein, aber auch Kampfspiele haben im Judo ihren Raum und machen den Kids ordentlich Spaß. Beim Kampf um den Schatz wird alles gegeben um am Ende den Schatz wirklich für sich zu haben. Das bringt Abwechslung und die Kinder können anschließend wieder besser zuhören und das Gezeigte umsetzen. Wenn die Kinder die ersten Techniken relativ sicher umsetzen können, dann gehören auch Übungskämpfe, im Fachjargong Randoris genannt, auch mit zum Traning. Häufig werden am Ende einer Einheit noch zwei oder drei Kämpfe mit wechselnden Partnern gemacht. Dabei können die Kinder die gelernten Techniken ausprobieren, wenn der Partner nicht nett alles mitmacht, sondern selber versucht erfolgreich zu sein.

Im Judo gibt es mit den Gürtelprüfungen ein Standbein, bei dem die Kinder Erfolge für sich verbuchen können. In der Regel stehen jedes halbe Jahr Prüfungen für die Judoka an. Natürlich kann das mal, wenn die Gürtel höher werden auch mal länger dauern, weil die Würfe und Bodentechniken auch anspruchsvoller werden. Als zweites Standbein kommt noch der Wettkampf dazu. Im Judo gibt es im Jahr ca. 6 bis 8 Wettkämpfe. Sie sind in der Regel in der näheren Umgebung und man muss nicht, wie im Fußball jedes Wochenende auf dem Platz sein. Allerdings dauern sie sehr viel länger. Man muss schon einmal 5 bis 6 Stunden für einen Wettkampf einplanen und für die Kinder ist es eine Herausforderung, sich mit Hilfe der Trainerin zurecht zu finden. Nachdem die Kinder gewogen sind, sich warm gemacht haben und die Kampflisten in der Halle aufgehängt sind, ist bei dem einen oder anderen Anfänger schon mal das Muffensauen groß. Mit Hilfe der Kampfrichter und mit Maja am Mattenrand klappt auch das. Die Trainerin gibt immer alles für ihre Schützlinge. Im Anfeuern ist sie große Klasse und nur einige andere Trainer können mit ihrer Stimmgewalt mithalten. Bei den Turnieren auf Kreisebene kämpfen die Kinder immer mindestens drei Mal und gehen immer mit einer Urkunde oder einer Medallie nach Hause. So kann jeder Stolz sein, auch wenn er alles verloren haben sollte. Mit der Urkunde wird die Leistung, dass man es versucht hat und der Mut belohnt, auf den jeder zurecht Stolz sein darf.

Die Judoabteilung bietet den Kids neben dem Training auch weitere Breitensportaktionen an. Dazu gehört die Judosafari, das ist ein Judobewegungsabzeichen, das Mitternachtstraining mit Übernachtung in der Turnhalle, das eigene Vereinsturnier und wenn das Wetter mitspielt auch mal ein Training auf dem Beachhandballfeld im Freibad.

Wer jetzt glaubt, dass er bei dieser Sportart gut aufgehoben ist, dann nicht lange warten, sondern einfach mal vorbei kommen. Trainiert wird

Montag 16.45 Uhr bis 18.15 Uhr für Kinder zwischen 5 und 9 Jahren

Montag 18.15 Uhr bis 19.30 Uhr für Kinder zwischen 10 und 15 Jahren

Montag 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr für Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahre

Freitag 16.00 Uhr bis 17.00 Uhr Judozwerge für Kinder mit Eltern zwischen 4 und 6 Jahren (im Kurssystem)

Freitag 17.00 Uhr bis 18.15 Uhr für Kinder zwischen 5 und 9 Jahren

Freitag 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahre
(auch Erwachsene sind willkommen)

Richtig hinfallen will gelernt sein. (Foto: TV VERL)

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